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Ammenmärchen

Stillprobleme

Das größte Stillproblem ist unsere Unsicherheit.
Kaum eine Frau hat heute noch das Glück in ihrer Familie andere Frauen um Hilfe bitten zu können, wenn es um das Thema Stillen geht, da viele Jahrzehnte fast ausschließlich künstliche Säuglingsnahrung gefüttert wurde.
Die von der Babynahrungsindustrie geschürten Ängste von damals, spiegeln sich oft in den gut gemeinten Ratschlägen unserer Mütter und Großmütter wieder. Doch dahinter stand reine Profitgier, die uns bis heute im Griff hat.

Die größte Angst, zuwenig Milch zu haben, ist dabei meist unbegründet. Sicher kommt auch dieser Fall gelegentlich vor, doch rund 95% der Frauen können „problemlos“ stillen. Hiermit ist gemeint, dass die Milchproduktion einwandfrei funktioniert. Lediglich das Verhalten des Kindes wird oft ängstlich beäugt und aufgrund fehlender Erfahrung und Unterstützung anders interpretiert.

Eine Stillberaterin kann Dir daher nicht nur helfen, Stillkriesen zu überwinden und die nötigen Techniken zu erlernen, welche Dir das Stillen erleichtern. Vor allem kann sie Dir den Rücken stärken, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen. Du kannst Dein Kind, allein durch Deine Milch, ernähren. Traue Dir - Vertraue auf Euch!

 

Verhält sich Dein Kind vielleicht völlig normal und steckt mitten in einem der vielen Entwicklungsschübe?
Entwicklungsschübe im ersten Lebensjahr

 

Meine Milch reicht nicht

95% der Frauen können Problemlos stillen. Das was häufig als unzureichende Sättigung interpretiert wird, sind in den allermeisten Fällen Wachstumsschübe, oder auch die ersten Zähnchen. Es besteht daher kein Grund zur Sorge und vor allem sollte in keinem Fall ohne den Rat einer Stillberaterin zugefüttert werden. Dies wäre der erste Schritt zum Abstillen.

Frauen mit kleinen Brüsten haben weniger Milch und können daher meist nicht stillen

Große Brüste bestehen nicht aus mehr Drüsen- sondern mehr Fettgewebe. Deshalb ist die Größe der Brust für das Stillen vollkommen unwichtig.

Abends reicht Muttermilch oft nicht mehr aus

Babys sind von Natur aus am Abend unruhiger, weil sie die Eindrücke des Tages verarbeiten müssen. Zu dieser Zeit weinen sie in der Regel mehr und viele Kinder stillen plötzlich ununterbrochen bis sie in den Schlaf finden. Dies ist kein Anzeichen für zu wenig Milch sondern ein völlig normales Verhalten, welches man auch „Cluster-Feeding“ nennt. Das Baby „tankt für die Nacht“ auf und sichert sich so einen kleinen Vorrat für den Nachtschlaf, der nun meist wenige Stunden am Stück anhalten kann.

Wenn ein Baby abends richtig satt ist, schläft es auch durch

Diese Mär hält sich sehr hartnäckig und wurde von der Babynahrungsindustrie in die Welt gesetzt, in der Hoffnung dadurch ihren Abendbrei oder auch mal ein Fläschchen künstlicher Nahrung loszuwerden. Genau wie wir erwachsene ist leichte Kost die bessere Wahl in den Abendstunden. Muttermilch ist immer optimal angepasst und beinhaltet am Abend zudem Hormone, die das Kind schläfrig machen. Heute weiß man, dass Babys haben ein völlig anderes Schlafverhalten haben, das durch die Hirnentwicklung beeinflusst wird.

Frauen mit Flach- oder Hohlwarzen können nicht stillen

Babys trinken nicht an der Warze, sondern an der Brust. Sie melken mit Ihrer Zunge den Bereich unter der Brustwarze und saugen die Brustwarze tief in den Mundraum ein. Es gibt auch Warzenformer, mit denen man die Brustwarze vor dem Stillen etwas aufrichten kann. Die Form der Brustwarze hat daher keinen Einfluss auf den Stillerfolg der Mutter.

Die Milch ist zu wässrig und sättigt nicht

Muttermilch ist immer optimal auf die Bedürfnisse deines Kindes abgestimmt. Sie besteht zu 85% aus Wasser und sorgt so für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zudem ist die Milch auch während der Stillmahlzeiten von unterschiedlicher „dicke“.

Die Mutter darf den Schnuller nicht ersetzen

Falsch! Der Schnuller darf die Mutter nicht ersetzen. Die Natur hatte künstliche Sauger niemals eingeplant und uns Frauen mit der Brust etwas mächtiges in die Hand gegeben, um unsere Kinder zu nähren, zu beruhigen und ihnen Geborgenheit zu schenken. Wer den Schnuller als „Geheimwaffe“ versteht, der riskiert, dass Hungerzeichen übersehen werden, und die Milch zurück geht. Es kann eine Saugverwirrung entstehen, so dass das Baby die Brust nicht mehr richtig entleeren kann. Fehlstellungen des Kiefers sind ebenfalls häufig die Folge.

Langes Stillen verzieht das Kind und macht es abhängig

Die große Angst vor der Abhängigkeit zieht sich durch die Generationen und glücklicher Weise gibt es heute Langzeitstudien, die beweisen, dass diese Angst vollkommen unbegründet ist. Eine lange und intensive Stillbeziehung sorgt für ein starkes Urvertrauen, was erwiesener Maßen das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt und sie sogar eher früher unabhängig werden lässt. Andere Industrienationen haben interessanter Weise ganz andere Theorien, warum das lange Stillen zu unterbinden ist. Engländer glauben, die Kinder würden homosexuell und Amerikaner halten es für sexuellen Missbrauch.

Die WHO empfiehlt das Stillen bis zu zwei Jahren und gern auch darüber hinaus!